Wie Lego versucht es recht zu machen und daran scheitert…

Seit ein paar Tagen hat Lego das „Research Institute“ in ihr Sortiment aufgenommen und ist damit endlich auf die begründeten Sexismus-Vorwürfe eingegangen [1]. Denn seit einigen Jahren haben viele Produkte vor allem Gender-Stereotypen verbreitet (Siehe der Beitrag „Wie LEGO vom Kinder- zum Jungenspielzeug wurde“ [2]). Zum einen begrüße ich diesen Versuch, auf der anderen Seite gilt aber auch hier: „Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.“

Wie gesagt, ich befürworte die Kehrtwende in der Genderpolitik des Unternehmens auf jeden Fall. Aber die Subbotschaft, die bei den Figuren transportiert wird, kann ich nicht gut heißen: „Manche Gesichtsausdrücke wirken ernst, mit herunter gezogenen Mundwinkeln; ein Foto zeigt die Paläontologin, wie sie panisch vor dem Skelett flüchtet.“[1]

Hier ist dann meiner Meinung nach doch wieder Sexismus im Spiel, den ich so sehe: Die Jungs rennen freudestrahlend in das nächste Abenteuer, einen Rocket-Ride in den Tod, Mädchen müssen sich „ernsthaften“ Arbeiten widmen und das macht keinen Spaß.

Ein bisschen erinnert mich das an den Videospot, den ich letztens gesehen hab, das ich jetzt nicht mehr finde, aber in dem einem Mädchen jedes mal gesagt wird, wenn sie etwas interessant findet, dass sei nichts für sie, zum Basteln, lass das die Jungs tun und sich am Ende deswegen gegen eine Wissenschaftsgruppe in College entscheidet.

Klar ist Wissenschaft harte Arbeit, aber bei Lego geht es doch nicht darum die Wirklichkeit abzubilden sondern Träume! Wenn wir die Wirklichkeit abgebildet haben wollen, müsste Lego noch Anträge auf Drittmittel, WAP-Anträge und Antrag auf Passierschein A38 beilegen.

Klar ist aber auch, dass Wissenschaft Spaß macht! Die Welt zu verstehen, wie alles funktioniert und zusammenhängt. Also spendiert den Figuren ein Lächeln oder einen konzentrierten Blick, aber kein: „Computerlog: Heute ist der 302. Tag ohne Lachen“-Blick.

Quellen:

  1. kkl: „Wissenschafterinnen für das Kinderzimmer“. NZZ.ch. http://www.nzz.ch/panorama/alltagsgeschichten/wissenschafterinnen-fuer-das-kinderzimmer-1.18357164. Abgerufen am 07.08.2014
  2. Hansen, Helga: „Wie LEGO vom Kinder- zum Jungenspielzeug wurde„. Maedchenmannschaft.net. http://maedchenmannschaft.net/wie-lego-vom-kinder-zum-jungenspielzeug-wurde/. Abgerufen am 07.08.2014
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